Fragen und Antworten zum Einbruchwarnsystem (EWS) Fragen und Antworten zum Einbruchwarnsystem (EWS) Das Einbruchwarnsystem (EWS) ist ein eigenständiges Produkt der dexa group, getrennt vom Brandwarnsystem Safe Fire House, nutzt aber dieselbe Zentralen-Plattform. Diese Seite beantwortet die häufigsten Fragen. Grundlagen Was ist das EWS? Das Einbruchwarnsystem (EWS) überwacht Außen- und Innenbereiche von Gebäuden mit KI-Kameras , die menschliche Personen erkennen. Bei unberechtigtem Zutritt löst es eine Alarmkette über alle gängigen Alarmdienste aus und liefert ein Beweisbild zur Fernbeurteilung. Wie unterscheidet sich das EWS von einer klassischen Einbruchmeldeanlage? Statt Bewegungsmeldern nutzt das EWS KI-Kameras, die Personen von Tieren, Fahrzeugen und Schatten unterscheiden . Das reduziert Fehlalarme deutlich. Zusätzlich liefert jeder Alarm ein Bild, sodass sich aus der Ferne sofort beurteilen lässt, ob es sich um einen echten Einbruch oder einen Fehlalarm handelt. Gehört das EWS zu Safe Fire House? Es ist ein eigenständiges Produkt , läuft aber als Modul auf derselben Zentralen-Hardware wie das Brandwarnsystem. Beide Systeme können gemeinsam auf einer Anlage betrieben werden. Bei kombiniertem Betrieb hat ein Brandalarm immer Vorrang vor einem Einbruchalarm. Datenschutz Wie ist das mit dem Datenschutz bei Kameras? Das ist der Kern der Innovation – und der Grund, warum das EWS dort funktioniert, wo klassische Kameralösungen am Datenschutz scheitern. Kameras in Feuerwehrhäusern, Bauhöfen oder Betrieben scheitern selten an der Technik, sondern an der Akzeptanz : Eine dauerhaft laufende Kamera überwacht potenziell auch das eigene Personal – Personalrat und Mitarbeitende lehnen das zu Recht ab. Das EWS löst das physisch, nicht per Software : Solange die Anlage unscharf ist (Normalbetrieb, Personal anwesend), sind alle Kameras über den PoE-Switch physisch vom Strom getrennt . Keine laufende Kamera, kein Bild, kein Stream, keine Aufzeichnung – es gibt schlicht nichts, was jemand einsehen oder missbrauchen könnte. Eine softwareseitig „nur deaktivierte" Kamera bleibt dagegen am Netz und ist eine Vertrauens- und Angriffsfläche; eine stromlose Kamera nicht . Das entschärft die Datenschutz-Frage an der Wurzel und macht die Anlage gegenüber Personal und Gremien überhaupt erst vermittelbar. Wann sehen die Kameras überhaupt etwas? Erst beim Scharfschalten wird die Stromversorgung der Kameras aktiviert; sie booten und beginnen mit der Überwachung. Beim Unscharfschalten werden sie sofort wieder stromlos. Was passiert mit den aufgenommenen Bildern? Beweisbild-Links sind nur wenige Minuten gültig (15 min) und werden danach automatisch gelöscht. Aufnahmen werden für eine konfigurierbare Frist (bis 180 Tage, Standard 30 Tage) aufbewahrt und danach automatisch gelöscht – ohne manuellen Eingriff. Verarbeitet das EWS personenbezogene Daten? Ja – anders als das Brandwarnsystem verarbeitet das EWS Bildaufnahmen und damit personenbezogene Daten. Es ist auf DSGVO-Konformität ausgelegt (physische Stromtrennung im Ruhezustand, kurze Link-Gültigkeit, automatische Löschung, geschützter Zugriff). dexa stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO bereit. Technik & Erkennung Welche Kameras kommen zum Einsatz? Hikvision-IP-Kameras mit 8 MP (4K) , IR-Nachtsicht und integrierter KI-Personenerkennung (Smart Events: FieldDetection, LineCrossing, RegionEntrance/-Exit). Je Lizenz sind bis zu 16 Kameras möglich. Wie funktioniert die Personenerkennung? Die Klassifizierung läuft direkt in der Kamera . Nur wenn ein menschliches Ziel erkannt wird, wird ein Voralarm ausgelöst. Bewegungen durch Tiere, Fahrzeuge oder Lichtwechsel führen nicht zum Alarm. Funktioniert das auch nachts? Ja. Die Kameras haben IR-Nachtsicht, und das System schaltet automatisch zwischen Tag-, Dämmerung- und Nachtprofilen nach Sonnenstand um (Belichtung, WDR, IR-Strahler je Profil). Was ist der WhiteLight-Strahler? Ein in der Kamera integrierter Strahler, der bei Erkennung als optische Abschreckung/Alarmierung ausgelöst wird. Im stillen Alarm lässt er sich pro Kamera deaktivieren – dann erfolgt nur die Benachrichtigung der Schnittstellen, ohne Aufschrecken. Wie werden mehrere gleichzeitige Erkennungen behandelt? Erkennen mehrere Kameras innerhalb von 30 Sekunden dieselbe Person, fasst der Korrelator dies zu einem Aggregatalarm zusammen – statt mehrerer Einzelmeldungen. Bedienung Wie schalte ich die Anlage scharf/unscharf? Komfortabel direkt am dexa PoE-Display – einem Eigenprodukt der dexa group , das auch im Brandwarnsystem eingesetzt wird. Ein kurzes Vorhalten eines NFC-Tokens genügt; optional zusätzlich mit PIN (Anlagen-PIN für mehrstufige Absicherung). Beim Scharfschalten läuft ein Countdown (Zeit, das Gebäude zu verlassen), danach ist die Anlage scharf. Ein Gerät für Bedienung, Zustandsanzeige und – mit dem Schaltkontakt kombiniert – die Türfreigabe; PoE-versorgt, also nur ein Kabel. Drei Fehlversuche sperren die Eingabe für 5 Minuten. Wie erkenne ich den Anlagenzustand? Über eine eindeutige Farbsignalisierung: grün = unscharf (Kameras stromlos), blau = Scharfschaltung läuft (Countdown), rot = scharf/Alarm . Was passiert bei einem Alarm? Detection → Voralarm (Berechtigte können per PIN unterdrücken) → Alarm (Snapshot, Sirene + Strahler, systemweite Vollbild-Anzeige) → Dispatch an alle Dienste → Beweisbild-Link → Quittierung. Die Quittierung wird an alle unterstützenden Dienste weitergeleitet. Kann ich die Kameras live sehen? Ja, als WebRTC-Stream im 1×1- oder 2×2-Grid – allerdings nur bei scharfer Anlage oder im Wartungsmodus, da die Kameras sonst stromlos sind. Kann ich die Anlage mit der Schließanlage verbinden? Ja. Beim Unscharfschalten öffnet die Tür, beim Scharfschalten wird verriegelt – ein Vorgang, kein Medienbruch. Die universelle Möglichkeit ist der potenzialfreie Schaltkontakt (DXO-SFH-SC-1-01 / SC-4-01): Damit lässt sich praktisch jede elektrische Türöffnung, jeder Türöffner, jedes Motorschloss oder Relais ansteuern – herstellerunabhängig, auch ohne fertige Integration. Daneben gibt es fertige Integrationen für ABUS, Salto, dormakaba, ASSA ABLOY , generische NFC-Tags , Consumer-Schlösser wie Nuki und SwitchBot sowie die PIN-/NFC-Freigabe direkt am dexa PoE-Display . Schnittstellen Über welche Dienste alarmiert das EWS? Einsatzbereit sind DIVERA 24/7, Alamos FE2 / aPager Pro, GroupAlarm und E-Mail (SMTP) . Über die offene BaseInterface-Schicht und die dexa-Plattform sind 30+ weitere Alarm- und Leitstellensysteme anbindbar. Bei jedem Alarm werden alle aktiven Dienste gleichzeitig benachrichtigt. Wird ein Bild mitgeschickt? Ja – je nach Dienst als Anhang oder als zeitlich begrenzter Public-Link (ohne Login aufrufbar, nach 15 Minuten ungültig). So lässt sich aus der Ferne sofort beurteilen, ob ein echter Einbruch vorliegt. Sicherheit Kann jemand die Kameras manipulieren? Im Ruhezustand sind die Kameras stromlos – Manipulation ist sinnlos. Zusätzlich erkennt die Port-Mismatch-Erkennung über die MAC-Tabelle des Switches fremde Geräte oder Umverkabelung am Kameraport und meldet sie im Dashboard. Was passiert, wenn jemand die Hardware kopiert? Die Lizenz ist kryptographisch an die Hardware gebunden (MAC-gebunden). Ein Klon der SD-Karte auf andere Hardware startet nicht. Wie sind die Beweisbild-Links abgesichert? Sie haben ~71 Bit Entropie, sind nur wenige Minuten gültig und werden nur im Arbeitsspeicher gehalten. Nach Ablauf sind sie forensisch wertlos; anschließend erfolgt die automatische Löschung. Verfügbarkeit & Rahmen Ist das EWS schon verfügbar? Das EWS wurde zur INTERSCHUTZ 2026 vorgestellt. Für Pilotprojekte und frühen Zugang sprechen Sie uns an. Wer ist Ansprechpartner und welche Rolle hat dexa? dexa nimmt – wie beim Brandwarnsystem – die Rolle des Systemintegrators ein: Beratung, Planung, Konfiguration, Inbetriebnahme und Dokumentation. Bei externen Schnittstellen (z. B. Alarmdiensten) hängt die Funktion auch vom jeweiligen Anbieter ab. Stand: Juni 2026